Was ist Ska?

Ska war Jamaikas erste Popmusik. Es begann als Vorläufer des Reggaes in den 1950er Jahren. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck „rude boy“, womit ein Ska-Fan beschrieben wird. „Rude“ wird hier jedoch nicht mit „unhöflich“ übersetzt, sondern mit „cool“. Der Beat zeichnet sich durch Bläser, Saxophone, Trompeten, Posaunen und Klaviermusik aus, während das Schlagzeug die Musik mit Bass Drum Akzenten versorgt.

Die wichtigsten Vertreter dieser Musik waren eine Gruppe führender Studiomusiker – Don Drummond, Roland Alphonso, Dizzy Jonny Moore, Tommy McCook, Lester Sterling, Jackie Mittoo, Lloyd Brevette, Jah Jerry und Lloyd Knibbs.

Ska erlebte drei Wellen, ausgelöst durch neue Künstler in unterschiedlichen Jahrzehnten. Die erste Welle war Anfang der 60er Jahre in Jamaika. Diese Welle beschreibt die ursprüngliche Form des Ska. Außerdem entwickelte sich die Musik der Genre Rocksteady, Bluebeat und Reggae aus der ersten Welle. Die zweite Welle fand gegen Ende der 70er Jahre in England statt. Die dritte Welle erlangte in den 80er Jahren internationale Bekanntheit. Während dieser Welle traten auch Bands der ersten beiden Wellen auf. Zu der Musik wird das Skanking getanzt, ein Ska-Tanz. In jedem Fall lässt einen die relaxte Musik von fernen Stränden träumen. In vielen Teilen der Erde gibt es Skater, die sich des Ska angenommen haben. Außerdem ist der Ska beliebt auf Partys und Liveveranstaltungen.

Als Symbol des Ska gilt ein schwarz-weißes Schachbrettmuster. Durch die beiden Farben sollte die antirassistische Haltung des Genres deutlich werden.

Eine Unterart des Ska ist der Ska-Punk. Doch es gibt viele weitere Unterarten, wie den Ska-Core, den Ska-Jazz, den Funk-Ska, den Klenzmer-Ska, eine jüdische Volksmusik, sowie den Cumbia-Ska, ein Paartanz aus Kolumbien.

Höre dir hier Lieder des Ska an

Die Geschichte des Ska

In den 50er Jahren wurden auf Jamaika die Genres Mento, Rhythm & BluesJazz, sowie Boogie-Woogie gespielt. Die Platten dafür kamen aus den USA. Doch als bald darauf in den USA nur noch Rock & Roll gespielt wurde und es an Nachschub fehlte, fingen die Jamaikaner an, die Musikgenres zu mischen und so entstand eine schnelle Musik, der Ska. Die erste Ska-Band waren die Skatalites. Andere Künstler fügten einen Sprechgesang zu der Musik hinzu, das so genannte Toasting. Aus dieser Methode entwickelte sich der Rap. Auch wurde mit technischen Veränderungen experimentiert, woraus der Dub entstand. Nachdem die erfolgreiche Band Skatalites sich auflöste, war auch der Ska-Tanz nicht mehr so beliebt, was außerdem an einem heißen Sommer auf Jamaika lag. Der Ska wurde ab nun in einer langsameren Form gespielt. Daraus entwickelte sich 1966 der Rocksteady aus dem wiederum 1968 der Reggae entstand. Ebenfalls vom Ska beeinflusst wurden der Protopunk und der Punkrock.

Die 3 Wellen des Ska

Die erste Welle: Der Jamaican Ska

Der Jamaican Ska stammt vom Rhythm and Blues ab. Außerdem führte auch der Mento zum Ska. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre entstand diese Form des Ska. Die Rudeboys, Ska-Fans, waren Jugendliche aus den jamaikanischen Ghettos, die unter anderem ihren eigenen Kleidungstil schufen, an dem sie zu erkennen waren. Die Skinheads wurden wesentlich von den Rudeboys beeinflusst.

Der erste kommerzielle Song des Jamaican Ska ist „My Boy Lollipop“ von der jamaikanischen Pop– und Ska-Sängerin Millie Small. Er landete auf Platz 5 der deutschen Singlecharts. Weitere bedeutende Künstler des Jamaican Ska sind der jamaikanische Ska- und Reggae-Musiker Derrick Morgan, der Ska-Sänger Desmond Dekker, das jamaikanische Vokal-Trio Toots & the Maytals, dass 31 Nummer 1 Singles in Jamaika hatte, der Sänger Justin Hinds, der britische Reggae- und Ska-Musiker Judge Dread, sowie die jamaikanische Roots-Reggae-Band Bob Marley & The Wailers.

Die zweite Welle: Der 2-Tone

Ende der 70er Jahre entstand in England der 2-Tone und ist die englische Version des Ska. Der Name 2-Tone kommt von dem britischen Musiklabel 2 Tone Records, dass insbesondere Ska- und Reggae- Musik veröffentlichte. Der 2-Tone wurde neben dem Ska auch vom Punk und New-Wave beeinflusst. Auch hier waren die Fans Jugendliche aus den Arbeitermilieus, die Rudeboys und Skinheads. Aber auch die Suedeheads, ähnlich den Skinheads, und die Mods, eine britische Bewegung der 60er bis 80er Jahre waren Fans des 2-Tone. Die bürgerlichen Ska-Fans kleideten sich gerne mit einem sogenannten Porkpie-Hut und einem schwarz-weißen Anzug. Durch häufiger werdende Zusammenstöße der bürgerlichen Fans und der Skinheads ebbte die Beleibtheit des 2-Tone ab.

Bekannte Künstler des 2-Tone sind die britische Ska-Band The Specials, die Ska-Band Bad Manners, die Ska-Band Madness, die Band The Selecter, sowie die Band The Beat.

Die dritte Welle: Third Wave

Ende der 70er Jahre bis Mitte der 80er Jahre entstand die Third Wave. Sie erlangte internationale Bekanntheit. Die Third Wave ist wieder auf einfache Mittel begrenzt. Jedoch hat die Third Wave einen modernen Stil. Noch heute sind einige der Bands aus der Third Wave aktiv, wie The Toasters oder The Blue Beat. Die erste Band, die deutschen Ska spielte, war die Münsteraner Band El Bosso und die Ping Pongs. Eine weitere Band, die sich auf deutschsprachigen Ska konzentriert, ist die Lübecker Band Das Kartell. Die Band gibt noch heute Konzerte.

Die bedeutendste Band aus Deutschland ist die Ska-Band The Busters. Weitere bekannte Bands der Third Wave sind die amerikanische New-Wave-Band Oingo Boingo, die Ska-Band The Toasters, die US-amerikanische Ska-Band The Slackers, die britische Ska-Band The Hotknives, die deutsche Band Spicy Roots, die Stuttgarter Ska-Band No Sports, die Berliner Ska-Band Blechreiz, die Krumbacher Band Skaos, die Band The Blue Beat, sowie die deutsche Ska-Band Ngobo Ngobo.

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Eine Unterart des Ska

Ska-Punk

Beim Ska-Punk werden die Musikgenres Ska und Punkrock miteinander vermischt. Ein Subgenre des Ska-Punks ist der Ska-Core. Jedoch sind die beiden Genres sich so ähnlich, dass der Übergang fließend ist. Der Ska-Punk entstand während der zweiten Welle, der 2-Tone. In der Third Wave wurde das Genre beliebter.

Bekannte Interpreten des Ska-Punks sind die Ska-Core Band The Mighty Mighty Bosstones aus Boston, die US-amerikanische Ska-Punk-Band Catch 22, die Düsseldorfer Punkband Broilers, die US-amerikanische Ska-Punk-Band Mad Caddies, die ebenfalls US-amerikanische Band Reel Big Fish, die Band Less Than Jake, die spanische Ska-Punk-Band Ska-P, sowie die Band Streetlight Manifesto.

Was versteht man unter Mento?

Der Mento entstand Ende der 30er Jahre aus der Weiterentwicklung der Musik, die von afrikanischen Sklaven nach Jamaika gebracht wurde. Durch den Mento entstand der Nationaltanz Jamaikas. Herumreisende verbreiteten den Mento auf ganz Jamaika. Die Menschen konnten ihre Hoffnungen und Wünsche durch ihn ausdrücken. Der Mento wurde durch die afrikanische Musik beeinflusst, unter anderem besteht der Mento, wie afrikanische Sklavenlieder aus Call and Response, was übersetzt Ruf und Antwort bedeutet. Häufige Instrumente, die beim Mento verwendet werden, sind neben Saxofonen, Klarinetten und Violinen, Rumba Boxen, das sind Daumenbasspianos, und selbstgebaute Bongos und Banjos. Der Ska wurde stark vom Mento beeinflusst. Der Mento war lange Zeit sehr beliebt auf Jamaika. Später entwickelte sich der Mento-Reggae, der vor allem in ländlichen Gegenden gespielt wurde.

Bekannte Interpreten des Mento waren Count Lasher, Lord Tanamo, Lord Flea, Lord Creator, sowie der jamaikanische Sänger Laurel Aitken. Heutzutage gibt es nur noch wenige Künstler, die sich dem Mento verschrieben haben, so zum Beispiel die jamaikanische Band The Jolly Boys oder Stanley Beckford.

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