Was ist Punk?

Seit wann gibt es eigentlich Punk?

Tatsächlich entstand Punk, auch Punk-Rock genannt, schon Mitte der 1960er Jahre in New York als eine Art Antithese zur verblümten Friedensbewegung der Hippies. Diese Proto-Punk-Phase entwickelte sich im Laufe der Jahre zu dem Punk der späten 1970er und 80er Jahre, mit dem auch heute noch viele Menschen das Genre verbinden. Die Zeit brachte grandiose Bands hervor, wie Sex Pistols, Ramones, Nirvana oder später Greenday. Punk oder Punkrock ist Rockmusik, die schnell, laut und aggressiv gespielt wird und oft ein Protest gegen konventionelle Einstellungen und Verhaltensweisen ist.

Der Punk stammt von dem rohen Rock’n’Roll ab. Der Sänger Iggy Pop von der US-amerikanischen Rockband The Stooges, auch Iggy and the Stooges genannt, wird als „Godfather of Punk“ bezeichnet. Als „Godmother of Punk“ wird die US-amerikanische Sängerin Patricia Lee „Patti“ Smith bezeichnet. Außerdem beeinflusste die deutsche Band Neu! den Punk. Insbesondere durch deren Song „Hero“, der alle Elemente des Punks enthält.

In einer Punkband sind die Positionen der Gitarre, des Basses, des Schlagzeugs und des Gesangs vertreten. Die Texte beinhalten Gesellschaftskritik, sowie politische, philosophische und eine Weltansicht mit tiefgründiger Bedeutung. Außerdem haben sie einen aggressiven Charakter. Einige Songs enthalten instrumentale Einleitungen oder kommen komplett ohne Gesang aus.

Aktuell wurde die Punk-Gitarre des Punk-Musikers und Bandmitglieds der Ramones Jonny Ramone versteigert. Jonny Ramone hatte die Gitarre 1996 einem Freund geschenkt, der sie dem Museum der Ruhmeshalle des Rock’n’Roll in Cleveland geliehen hatte. Nun kam es zu der Versteigerung, bei der die Gitarre für fast eine Million Dollar versteigert wurde. Ramone benutzte die Gitarre auf circa 2.000 Konzerten, außerdem nutzte er sie während der Produktion von 15 Alben der Band Ramones.

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Etwas Geschichtliches über den Punk

Erstmals erwähnt wurde Punk in einer Zeitschrift Ende der 60er Jahre. Der Verfasser der Zeitschrift war der Gitarrist Lenny Kaye, der Teil der Patti Smith Group war. Zu Beginn waren die Songs kurz, kürzer als zwei Minuten. Die verschiedenen Songs waren kaum zu unterscheiden. Außerdem wurde der gesangliche Teil mehr geschrien als gesungen. Ein direkter Vorgänger des Punks war der Proto-Punk. Die Band The Modern Lovers, die Glam-Rock-Band New York Dolls, die Rockband The Velvet Underground und die New-Wave-Band Blondie sind bekannte Interpreten aus dieser Zeit. 

Außerdem gilt die Rockband MC Five als Inspiration für den Punk. Der Musik-Manager Danny Fields nahm die Band Ende der 60er Jahre, mit der ebenfalls bekannten Band The Stooges, unter Vertrag. Danny Fields gilt, wie Iggy Pop, als „Godfather of Punk“. Mitte der 70er Jahre nahm er auch die Band Ramones unter Vertrag, die sich mit dem Titel „Danny says“, den sie ihm widmeten, bei ihm bedankten. 

Ab 1974 traten bekannte Punkgrößen, wie der Sänger Alan Vega und der Musiker Martin Reverby von dem Duo Suicide und die drei Musiker Richard Manitoba, Andy Shernoff und Ross Friedman von der Rockband The Dictators in dem New Yorker Punk-Club CBGB auf. Der Club war bei den New Yorker Punk-Bands beliebt. Musiker hatten hier das erste Mal die Chance, vor Zuschauern aufzutreten und die Kritik der Menschen zu erfahren. Heute dient der Club als Pilgerstätte für Fans des Punkrocks.

Durch ein skandalöses Interview der englischen Band Sex Pistols 1976, erlangte der Punk auch in Großbritannien Bekanntheit.

Die Veränderung des Punks

Bald schlossen sich dem Punk auch Künstler an, denen musikalisches Talent fehlte und deren Kreativität nicht sehr ausgeprägt war. Dadurch wurde der Punk zwar weiterhin kommerziell vermarktet, jedoch fungierte er ab da mehr als Modetrend. Ende der 70er Jahre, sowie Anfang der 80er Jahre trennte sich der Punk in verschiedene Genres auf. Darunter befindet sich unter anderen die Hardcore-Bewegung, sowie Bands, wie The Clash. Außerdem inszenierten einige Bands, wie etwa die englische Punk-Band Sex Pistols oder die Ramones, den Punk gerne als Show. Zudem geht aus dem Punk die New Wave und die Independent-Musik hervor. Zu dieser entstand auch der Musikstil Oi!, der Hardcore-Punk, der Anarcho-Punk, der Folk-Punk, der Psychobilly und der Gothic Rock. Unter den Musikern der verschiedenen Stile kam es zu Streitereien und zu Nebenbuhlerschaften.

Bekannte Interpreten des Punks

Weitere bekannte Bands des Punks sind die Band Dead Boys, die Punkband Richard Hell and The Voidoids, sowie die britische Rockband The Clash.

Außerdem sind der ungarisch-US-amerikanische Musiker Tommy Ramone, Gründungsmitglied der Band Ramones, der Musiker Joey Ramone, der britische Musiker Michael Geoffrey Jones, der Sänger Alan Vega, der US-amerikanische Musiker Martin Reverby, der Musiker Chris Stein, der amerikanische Musiker Jonathan Richman, der Rockmusik-Produzent Symour Stein, der Gründer des Plattenlabels Elektra Records Jac Holzman, der britische Künstler Malcolm McLaren, der Gründer von Arista Records Clive Jay Davis, sowie der Gründer des Punk-Clubs CBGB Hillel Kristal bekannte Vertreter des Punk. Sie alle sind jüdischer Abstammung, woraus der Autor Steven Lee schließt, dass der Punk das jüdische Leben beschreibt. Ein ständiges Hin und Her zwischen Dazugehörigkeit und dann wieder doch nicht. Außerdem beschreibt der Punk, nach der Ansicht von Lee, die Flucht und Unterdrückung der Juden, sowie ständige Unsicherheiten.

Der Musiker Richard Hell, der Mitglied der Band The Voidoids war, war der erste Punk-Musiker, der den typischen Punk-Look trug.

3 Musikrichtungen in Anlehnung an den Punk

1. Anarcho-Punk

Der Anarcho-Punk, der auch Peace-Punk genannt wird, entstand Ende der 70er Jahre in Großbritannien. Er ist ein Subgenre des Punks und des Politpunk. In den Texten wird gegen den Rassismus, den Faschismus und den Neonazismus demonstriert. Außerdem setzen sich die Musiker in ihren Texten für eine autonome Lebensweise, Feminismus, sowie Tierrechte ein.

Bekannte Interpreten des Anarcho-Punks sind unter anderen die britische Punkband Antisect, die Anarcho-Punkband Conflict, die britische Anarcho-Punk-Band Discharge, die niederländische Anarcho-Punk-Band The Ex, sowie die englische Band Electro Hippies.

2. Politpunk

Beim Politpunk geht es um Protestbewegungen und gesellschaftliche Missstände. Der Politpunk definiert sich nicht über einen bestimmten Musikstil. Musiker verschiedener Genres befassen sich mit dem Politpunk, es geht mehr um eine Haltung. Die Rockband MC Five zählt zu den frühen Vertretern des Politpunk in den USA. Aber auch die US-Punk-Band Dead Kennedys, die Punkband Bad Religion, sowie die Band MDC zählen zu den Vertretern des Politpunk. In Großbritannien war die bekannteste Band, die den Politpunk vertrat, die Band The Clash. In Deutschland waren es die Punkband Beton Combo, die Anarcho-Punk-Band Ätztussis, die Band Katapult, sowie die Band Stromsperre.

3. Folk-Punk

Bei dem Folk-Punk handelt es sich um Punk-Musik, die mit Folklore-Musik vermischt wird. 1981 gründete sich mit The Pogues die erste Irish-Folk-Punk-Band. The Pogues erlangten internationale Bekanntheit, insbesondere ihre 1988 veröffentlichte Single Fairytale of New York war beliebt.

Weitere bekannte Interpreten des Folk-Punk sind die irisch-amerikanische Folk-Punk-Band Dropkick Murphys, die Folk-Punk-Rock-Band Flogging Molly, die deutsche Folk-Rock-Band Fiddler’s Green, sowie die deutsche Folk-Punk-Band Across the Border.

Der Post-Punk

Unter dem Begriff Post-Punk versteht man eine Musikbewegung, die vom Punk abstammt und auch die Trends der alternativen Musik beinhaltet. Jedoch umfasst der Post-Punk auch viele weitere Musikrichtungen, wie den Krautrock, den Dub, Disco oder elektronische Musik.

Bekannte Vertreter des Post-Punk sind, unter anderen, die US-amerikanische Rockband Talking Heads, die britische Rockband Gang of Four, die ebenfalls britische Band The Sound, sowie die britische Rockband The Sisters of Mercy.

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Der Punk-Look

Zum typischen Punk-Look gehören eine nach oben gegelte Stachelfrisur, zerrissene Kleidung, sowie schwarze Lederjacken. Außerdem werden Sicherheitsnadeln und Hundehalsbänder umfunktioniert und getragen.

Die Frisuren der Punks

Zu Beginn trugen die Punks gerne eine kurze Stachelfrisur, bei den Frauen waren kurze Dreadlocks beliebt. Heutzutage wird der Irokesenschnitt getragen. Beim Irokesenschnitt werden die Haare an den Seiten abrasiert, nur in der Mitte des Kopfes bleibt ein Streifen Haare. Dieser wird so hoch gegelt, dass eine stachelig aussehende Frisur entsteht. Außerdem färben die Punks ihre Haare gerne in allen möglichen Farben. Jedoch ist die Frisur nicht unbedingt ein typisches Markenzeichen, da einige Punks auch unauffällige Frisuren tragen.

Die Kleidung der Punks

Typische Merkmale der Kleidung der Punks sind:

  • Nieten: Sie werden auf Jacken oder Gürtel geklebt, als Halsbänder getragen und haben ein spitzes Ende.
  • Reißverschlüsse: Sie finden sich als Deko auf der Kleidung.
  • Anstecker und Aufnäher
  • Sicherheitsnadeln und Metallketten
  • Lederjacken: Die Jacken sind häufig bemalt und beschrieben mit Sprüchen.
  • Uniformen des Militärs
  • Hosen: Die Hosen der Punks sind häufig kariert, eng oder ausgeblichen. Zudem werden auch Jeans getragen.
  • Schottenröcke
  • Netzhemden und Netzstrümpfe
  • Tiermuster: Kleidung mit Tiermustern, wie Zebra, Tiger oder Leopard ist beliebt.
  • Schuhe: Als Schuhwerk eignen sich Arbeits- oder Sicherheitsschuhe und Schnürstiefel, wie Rangers oder Doc Martens.

Der Köperschmuck der Punks

Die Punks tragen gerne Piercings. Beliebt sind Nasenringe oder Sicherheitsnadeln, die als Piercings dienen. Außerdem tragen die meisten Punks Tattoos. Zudem schminken sich die Punks, wobei insbesondere die Augen- und Wangenpartien durch dunkle oder farbige Schminke betont werden.

Die Jugendkultur des Punks

Die Jugendkultur des Punks entstand in den 70er Jahren, zusammen mit der Musikrichtung Punk, in New York und London. Typisch für den Punk sind eine aufbegehrende Haltung, sowie der Punk-Look. Außerdem schwimmen Mitglieder der Jugendkultur mit ihren Meinungen und Haltungen häufig gegen den Strom. Die Mitglieder nennt man Punks oder Punker. Punks sind in vielen Städten anzutreffen, dabei bilden eine große Gruppe die Straßenpunks, die obdachlos sind. Jedoch vermischt sich diese Gruppe auch mit Punks mit festem Wohnsitz. Die Punks treffen sich gerne auf Bauwagenplätzen. Dort entwerfen sie ihre eigene Kleidung. Auch an Hausbesetzungen sind häufig Punks beteiligt. Aber auch Jugendliche kleiden sich im Stil des Punks oder mischen den Stil mit anderen Stilen, wie den der Hippies oder Skater, um dem Geschmack der Mehrheit zu entgehen und ihre eigene Gruppierung zu haben.

Die Punks erwecken häufig den Eindruck, als wäre es ihnen egal, wie es ihnen selbst geht. So lässt sich auch die ungesunde Lebensweise erklären. Dennoch gibt es auch Punks, die sich gesund ernähren und zum Beispiel Veganer sind. Obwohl die Punks nicht politisch aktiv sind, schließen sich die meisten Punks, politisch gesehen, der linken Seite an. Auch jede Art der Religion wird abgelehnt.

Der Pogo – Ein Tanzstil des Punks

Beim Pogo handelt es sich um einen Tanzstil des Punks, der in den 70er Jahren entstand. Während des Tanzens kommt es zu kurzem, aber teilweise heftigem Körperkontakt. Oft kommt es dadurch zu blauen Flecken oder Prellungen. Auch schwerere Verletzungen kommen vor, insbesondere bei einigen aggressiveren Formen des Pogos, wie dem „Wrecking“ oder dem „Violent Dancing“. Jedoch gibt es beim Pogo einen großen Zusammenhalt, insbesondere gegenüber Schwächeren oder Gestürzten, denen man sofort hilft.

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