Was ist Techno?

Unter Techno versteht man elektronische Tanzmusik, die in den 1980er Jahren in den Vereinigten Staaten ihren Ursprung fand. In den 1990ern schaffte es Techno zu weltweiter Popularität. Aus dieser Blütezeit heraus entstand Mitte der 90er eine jugendliche Subkultur.

Für das Genre besonders ist der Fokus, welcher anstatt auf dem Gesang, auf dem Rhythmus liegt. Das Tempo liegt zwischen 120 und 150 bpm (beats per minute). Die Musik wurde in ihrer Zeit von diversen anderen Genres beeinflusst. Zu diesen gehören Disco, Hip-Hop und House. Im Gegensatz zu anderen Genres wird Techno ausschließlich elektronisch produziert.

Zu den Subgenres von Techno gehören Ambient, TranceHardcoreGabber, Acid Techno, Dub-Techno, Minimal Techno und Schranz.

Bekannte Musiker des Techno

Ein bekannter Musiker im Bereich Techno war der Schwede Avicii, bürgerlich Tim Bergling. 2011 gelang ihm mit seinem Song „Levels“ der internationale Durchbruch. Avicii veröffentlichte mehrere Songs. Darüber hinaus wurde er diverse Male für den Grammy nominiert und gewann diesen drei Mal, außerdem gewann er zweimal den ECHO Pop. Avicii starb am 20. April 2018 in Maskat, Oman, in Folge eines Suizides.

Weitere bekannte Musiker des Techno sind der deutsche Musikproduzent Marc Acardipane, die Berliner Techno- und Electro-DJ Ellen Allien, der schwedische Techno-DJ Adam Beyer, der amerikanische Techno-DJ Blake Renee Baxter, der Minimal House DJ Steve Bug, der französische Technoproduzent Laurent Garnier, der deutsche DJ Karotte, sowie der britische Techno-DJ Carl Cox.

Der deutsche Musikproduzent Klaus Jürgen Jankuhn hat insbesondere die deutsche Techno-Szene stark beeinflusst. Er produzierte unter anderem für die deutsche Band DAF, für die deutsch-griechische DJ Marusha Aphrodite Gleiß und für Maximilian Lenz. Auch für Festivals wie Mayday oder die Loveparade produzierte er Songs. Jankuhn wurde mit dem ECHO Pop als „Bester Produzent national“ und mit dem Dance Music Award ausgezeichnet.

Der deutsche Techno-Musiker Paul Kalkbrenner, der Bruder des Musikproduzenten Fritz Kalkbrenner, hat diverse Songs produziert. Er wurde bereits vier Mal für den Echo nominiert. Außerdem spielte Kalkbrenner in dem Film „Berlin Calling“ die Hauptrolle.

Zu den Techno-Clubs zählen die bekannte Diskothek Airport in Würzburg, sowie der Technoclub in Frankfurt, in dem weltweit zum ersten Mal Veranstaltungen des Genres stattfanden.

Das monatlich erscheinende Musikmagazin „Faze Magazin“ handelt ausschließlich von elektronischer Tanzmusik.

Höre dir hier einige Techno Songs an

5 Subgenres des Techno

1. Acid Techno

Nach dem Acid House entwickelte sich Anfang der 90er Jahre der Acid Techno und etwas später der Acid Trance. Dabei ist der Acid Techno dem Techno ähnlich, nur dass dabei ein Synthesizer eine entscheidende Rolle spielt. Seine Blütezeit erreichte der Acid Techno 1994.

Bekannte Lieder des Acid Techno sind unter anderen „Dreamscape 500“ von Unit Moebius, „About Us“ von Dano, „Out Of Order“ von Gizmo, sowie „Parallels“ von Steve Lorenz.

2. Dub-Techno

Dub-Techno entstand zu Beginn der 2000er Jahre. Der Dub-Techno weist mit seinem warmen Klang eine Ähnlichkeit zum Dub auf. Denn Dub-Techno ist keinesfalls harte Musik oder besonders schnell. Er kann sich eher mit Ambient identifizieren, weshalb er auch Ambient-Dub genannt wird.

Bekannte Musiker des Dub-Techno sind Dirk Diggler, Dub Taylor und Pole.

3. Minimal Techno

Der Minimal Techno besteht aus minimalistischen Arrangements. Dabei weist er eine gewisse Nähe zum Detroit Techno, einem traditionellen Part des Techno, auf. Auch zum Minimal House besteht eine Ähnlichkeit.

Bekannte Interpreten des Minimal Techno sind unter anderen der DJ Steve Bug, das Duo Extrawelt, der DJ Oliver Huntemann, der DJ Matthias Tanzmann, Sascha Funke, der deutsche Musiker Marek Hemmann, der international vertretene DJ Troy Pierce, sowie die ebenfalls international tätige DJ Magda.

4. Schranz

Beim Schranz handelt es sich um eine harte und schnelle, 140 bis 160 BPM (beats per minute), elektronische Tanzmusik. Sie enthält Geräusche, die sonst nicht Bestandteil der Musik sind, wie Maschinenklänge. Schranz ist der Vorgänger des Hardtechno.

Bekannte Schranz Musiker sind der deutsche Techno-DJ Christoph Liebing, der US-amerikanische Techno-DJ DJ Rush, sowie der aus Österreich stammende Techno-DJ Mario Ranieri.

5. Ambient

Ambient ist eine Variante der elektronischen Musik, die ursprünglich für Flughäfen galt. Um Rhythmus und Perkussion geht es beim Ambient nicht, stattdessen wird die Musik von sanften und langgezogenen Klängen dominiert. Dadurch sind die Musikstücke meist lang und ruhig, sie dienen also gut zum Entspannen oder auch zum Arbeiten.

Bekannte Vertreter der Ambient Musik sind zum Beispiel Harold Budd, Geir Jenssen, Thomas Köner, Bill Laswell, Oöphoi, Pete Namlook, Robert Rich und Steve Roach.

Die synthetisch erzeugte Musik ist sehr eng verwandt mit der sogenannten „Space Music“.

Was sind eigentlich Raves?

Unter Raves versteht man eine Tanzveranstaltung des Techno. Die Veranstaltungen beginnen in der Regel erst nach Mitternacht und gehen bis in die frühen Morgenstunden. Bevor die Techno-Musik international bekannt geworden ist, wurde Rave auch als Begriff für die Musik, die auf den Partys, den Raves, gespielt wurde, verwendet. Außerdem beschrieb man zwischen 1993 und 1996 mit Rave einen sehr schnellen Technostil.

Im Rahmen des Tourismus werden Rave-Kreuzfahrten angeboten. Außerdem werden spirituelle Reisen nach Indien, insbesondere nach Goa, zum Tomorrowland nach Belgien, nach Thailand oder zur Kirschblüte nach Japan unternommen. Außerdem sind Reisen nach Berlin, London und Amsterdam beliebt, da es dort Zentren des Raves gibt.

Der erste Rave war das „Castlemorton Common Festival“ in England. Es lockte 30.000 Besucher an, da es jedoch eine illegale Veranstaltung war, mussten sich die Verantwortlichen danach vor Gericht verantworten. In Deutschland gelten als legale Veranstaltungen Technoparaden, wie die Loveparade, der Union Move, der Generation Move, die Reincarnation, sowie die Vision Parade. Auch in der Schweiz gibt es zwei bekannte Technoparaden, die Street Parade und die Lake Parade. Außerdem findet jährlich in Dortmund das Indoor-Rave Festival Mayday statt.

Jungle

Das Musikgenre Jungle ist in den frühen 1990er Jahren aufgekommen und entstand aus der britischen Rave Szene und der Soundsystem-Kultur. Es entwickelte sich aus den kulturellen Empfindungen der ärmeren Londoner Jugendszene heraus. Die Texte des Genres spiegeln ihre Geschichten mitsamt ihren Erlebnissen und Enttäuschungen wider. Der Stil ist gekennzeichnet durch schnelle Breakbeats, Loops, tiefe Bässe und gängige Melodien.

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Technokultur

In den 90er Jahren entwickelte sich eine Jugendbewegung, die Technokultur. Die politische Relevanz der Technokultur ist nicht sicher geklärt. Zu Beginn galt die Loveparade als Demonstration, dieser Status wurde ihr aber nach einigen Jahren ohne politische Inhalte aberkannt. Jedoch gilt die Fuckparade weiter als politische Demonstration, da die Teilnehmer subkulturelle Freiräume fordern und unter anderem gegen den Rechtextremismus protestieren. Auch die Techno-Parade „Zug der Liebe“ gilt als Demonstration. Hierbei fordern die Teilnehmer mehr Nächstenliebe, soziales Engagement, den Erhalt von Grünflächen, ein Leben ohne Armut, sowie mehr Mitgefühl.

Zu Beginn der Bewegung waren die Mitglieder durch außergewöhnliche Kleidung auffällig. Auch Schutzanzüge und Gasmasken wurden getragen, sowie Outfits von Babys, inklusive Schnuller. Außerdem wurde Kleidung mit Motiven von Techno-Clubs oder Veranstaltungen, sowie Sportanzüge und Schlaghosen aus den 70er Jahren getragen. Zudem trug man als Accessoire Armbänder, Halsbänder, Ringe und Piercings. Anhänger des Gabber waren anhand der Kleidung von denen des Rave zu unterscheiden, da jeder Bereich der Szene einen anderen Dresscode hatte. Heute wird viel Haut gezeigt.

Durch die Verbindung von Techno und Energie sahen besonders Hersteller von Energy-Drinks einen Markt auf Techno Veranstaltungen. Und tatsächlich war die Nachfrage groß.

Die Techno-Szene wird oftmals mit Drogen in Verbindung gebracht, insbesondere mit Ecstasy und Amphetaminen. Doch nachdem die Szene populärer geworden ist und auf den Veranstaltungen über den Drogenkonsum aufgeklärt wurde, stehen die Musik und Kultur der Szene im Vordergrund und der Drogenkonsum ist in den Hintergrund getreten.

Die Verbreitung von Techno-Musik stagniert, ungefähr 15 Millionen Menschen hören gerne Techno.

In Deutschland gibt es Techno-Szenen in Berlin, wo der Techno maßgeblich geprägt wurde, in Halle, Hamburg mit dem Tunnel Club, Düsseldorf, Neuss, Frankfurt am Main, Offenbach, Kassel, Köln, Bonn, Leipzig mit dem ältesten Technoclub „Distillery“, München, Nürnberg, sowie in der Region Rhein-Neckar. Auch in Österreich und der Schweiz gibt es Techno-Szenen.

Technokunst

Im Rahmen der Technokunst möchten die Künstler ihr Lebensgefühl des Techno darstellen. Dies tun sie durch Zeichnungen, Grafiken, sowie Animationen und Metallfiguren. Auch durch Projektionen auf Techno-Veranstaltungen präsentieren die Künstler ihre Kunst. So erlangten etwa die Künstler Gecco und Skudi Optics durch ihre Projektionen Bekanntheit. Auch beim Goa können die Künstler ihre Werke zeigen. Bei der Goa-Kunst handelt es sich um farbenfrohe psychedelische Muster, oft mit fluoreszierenden Farben oder Schwarzlicht. Auch halluzinogene Pilze aus Pappmaché werden gebastelt.

Die erste Messe und Ausstellung der Technokunst war der Chromapark im E-Werk in Berlin. In drei aufeinanderfolgenden Jahren präsentierten Kunstschaffende dort ihre Werke, außerdem gab es Partys für die Besucher.

Welche Veranstaltungen gibt es in der Techno-Szene?

In der Techno-Szene gibt es viele Festivals, dazu gehören unter anderen das Pioneer Alpha Festival, das jährlich in Schwerin stattfindet, die Mayday in Dortmund, das eintägige Festival Ruhr-in-Love, die Sensation, die bisher in 34 Ländern auf fünf Kontinenten stattfand, sowie der Thunderdome in den Niederlanden.

Das größte Open-Air-Musikfestival des Technos in Europa ist das SonneMondSterne Festival in Thüringen. Neben den Bühnen gibt es noch ein Partyboot, vier Zirkuszelte, einen Sportplatz, sowie diverse „Fressbuden“. Außerdem gibt es einen großen Campingplatz mit Verpflegungsmöglichkeiten.

Eine weitere Veranstaltung in der Techno-Szene war die Loveparade, die von 1989 bis 2010 unter anderem in Berlin stattfand und bis zu 1,5 Millionen Besucher anzog. Die erste Loveparade wurde von dem Techno-Discjockey Matthias Roeingh, Dr. Motte, und der Multimediakünstlerin Danielle de Picciotto veranstaltet. Die Techno-Szene zog sich Mitte der 90er Jahre von der Loveparade zurück und entwickelte die Fuckparade, die immer noch stattfindet. Nachdem es bei der Loveparade 2010 in Düsseldorf zu einer Massenpanik kam, bei der 21 Menschen starben und über 600 weitere zum Teil schwer verletzt wurden, wurde die Loveparade eingestellt.

Die Full Moon Party findet in jeder Vollmondnacht auf der Insel Ko Pha-ngan statt, die zu Thailand gehört. Meistens findet die Party nicht direkt zum Vollmond statt, da dann bereits regionale religiöse Feiern stattfinden. Neben Techno wird auch House, TranceReggaeGoaR & B und Drum and Bass gespielt. Viele Touristen kommen extra für die Party auf die Insel. Auch Rucksacktouristen, Weltenbummler oder Einheimische sind vertreten. Auch wenn die Party meistens friedlich verläuft, kommt es immer wieder zu Diebstahl, Drogenhandel und Körperverletzung und auch zu Mord. Hauptsächlich wird auf der Party jedoch gefeiert und über den ganzen Strand getanzt. Insbesondere junge Menschen kommen zu der Party.

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