Was ist Volksmusik?

Wenn man den Begriff Volksmusik hört, denken die meisten in Deutschland bestimmt zuerst an jodelnde Knaben in Lederhosen. Doch hinter dieser Form der Musik steckt noch weitaus mehr. Volksmusik zeichnet sich durch lange Traditionen aus. Diese können von Region zu Region unterschiedlich ausfallen. Sie können mit diversen Instrumenten und Trachten in Verbindung stehen. So hat es sich über die Jahre entwickelt, dass die Einwohner an der Küste im Norden Deutschlands deutlich andere Volkslieder und Tänze überliefert haben als die Menschen im Süden von Deutschland. Die Volkslieder gehören zur Kultur eines Volkes. In den Volksliedern spiegeln sich vergangene oder noch aktuelle Lebensweisen der Region wider sowie Besonderheiten des Ortes. 

Diese Besonderheiten müssen jedoch nicht immer auf den Ort bezogen sein, sondern können auch Anlass gebundene Lieder sein. So haben sich über die Jahre Lieder über alltägliche Dinge weitergetragen, aber auch übers Feste feiern, ordentlich trinken, übers Arbeiten oder übers Kinder haben. Die Volksmusik stammt aus der Schicht der Bauern, die in dörflichen Gegenden gelebt haben.

Unverkennbare Instrumente für die Volksmusik sind Akkordeons, Mundharmonikas, Geigen, Alphörner, Zithern, Trompeten und viele weitere.

Volksmusik ist nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Genre der Folk Musik, welches musikalisch in eine andere Richtung geht. Es ist ebenso nicht zu verwechseln mit dem kommerziellen Schlager in Deutschland.

Höre dir hier einige Lieder der Volksmusik und der volkstümlichen Musik an

Der zeitliche Verlauf der Volksmusik

Johann Gottfried Herder gab 1773 deutschen Liedern den Namen Volkslieder. Auch Joseph Haydn nutzte die Volksmusik und komponierte darauf seine eigene Musik. Volksmusik produziert oder spielt man heute nur noch selten. Lediglich im süddeutschen Raum, bzw. in Österreich und der Schweiz wird Wert darauf gelegt, die Tradition zu bewahren. So gibt es seit 1988 die Fernsehsendung „Mei liabste Weis“ im ORF, die Volksmusik präsentiert. Außerdem spielen im südlichen Teil von Deutschland, in Österreich und in der Schweiz auch Rundfunkprogramme Volksmusik. 

Im nördlichen Teil von Deutschland, an der Nordsee, singt man die Volksmusik auf Plattdeutsch. Volksmusik ist in Deutschland eher bei älteren Menschen beliebt. In der Schweiz hingegen wird die Volksmusik mit Elementen aus Rap und Pop gemischt und ist so auch bei Jugendlichen beliebt. Neben der deutschen Volksmusik ist auch Volksmusik aus Irland, der Irish Folk, sowie aus den USA beliebt. Außerdem breitete sich mit der Einwanderung spanischer Arbeitskräfte in den 60er Jahren der Flamenco in Deutschland aus.

Außerdem gibt es in verschiedenen Teilen Europas unterschiedliche Stile der Volksmusik, so etwa die Alpenländische Volksmusik, die im Alpenraum gespielt wird, der Bal Folk aus Frankreich, die Bretonische Musik aus der Bretagne, der Flamenco aus Südspanien, der Folk aus Großbritannien und Nordamerika, sowie der Shanty aus Großbritannien.

Viele Musikarten, wie der Walzer, die Polka oder der Marsch basieren auf der Volksmusik. Auch das im süddeutschen und österreichischen sowie schweizerischen Raum bekannte Jodeln basiert auf der Volksmusik.

Die Neue Volksmusik

Als Neue Volksmusik bezeichnet man Volksmusik, die mit Elementen aus JazzFolkelektronischer MusikRock, sowie weiteren Musikstilen vermischt ist. Die Neue Volksmusik ist ein Crossover und ein Subgenre der Weltmusik. Die Neue Volksmusik unterscheidet sich von der volkstümlichen Musik. Insbesondere die jungen Musiker gründeten die Musik, basierend auf der traditionellen Musik, mit der sie aufgewachsen sind und peppten sie mit anderen Musikstilen auf. Die ersten Musiker waren der Tiroler Komponist Werner Pirchner, der Liedermacher Fredl Fesl, sowie die bayrische Gruppe Biermösl Blosn, deren Musik unter dem Namen „Alpenrock“ zusammengefasst wurde. Die erste Gruppe, die auch kommerziellen Erfolg hatte, war die Musikgruppe Haindling. Einer der wichtigsten Interpreten der Neuen Volksmusik ist der österreichische Liedermacher und Weltmusiker Hubert von Goisern. Von Goisern mischte Elemente der Neuen Volksmusik mit Rock.

Weitere Interpreten der Neuen Volksmusik sind unter anderen die oberösterreichische Zwei-Mann-Band Attwenger, die Volksmusik-Gruppe Aniada a Noar, die Band Blues Lick, die Neue Volksmusik mit Blues mischt, die deutsche Folk-Gruppe Bube Dame König, die Schweizer Sängerin Christina Zurbrügg, die deutsche Musikgruppe Dorfrocker, sowie die österreichische Band Die Knödel.

Was ist volkstümliche Musik?

Die volkstümliche Musik darf nicht mit der Volksmusik verwechselt werden, obwohl sie im kommerziellen Rahmen unter dem Begriff Volksmusik vermarktet wird. Die Volkstümliche Musik baut lediglich auf der Volksmusik auf, jedoch wird die Musik abgewandelt, sowohl musikalisch als auch gesanglich. Zudem vermarkten bekannte Musiker die volkstümliche Musik. Außerdem handelt sie von fröhlichen und rührseligen Themen, im Gegensatz zur Volksmusik, die auch traurig oder zornig sein kann. Die Lieder der Volkstümlichen Musik werden mit modernen Geräten und Effekten produziert und sind neu. Zudem fehlt ihnen der geschichtliche Hintergrund. Eine wichtige Rolle bei der Volkstümlichen Musik spielt der volkstümliche Schlager, der insbesondere durch den deutschen Musiker Heino entstand. Die volkstümlichen Schlager vermischen sich zusehends mit den klassischen Schlagern.

Bekannte Interpreten der volkstümlichen Musik sind unter anderen Heino, das deutsche Gesangsduo Marianne und Michael, das ebenfalls deutsche Gesangsduo Judith und Mel aus Oldenburg, Die Amigos, der deutsche Showmaster Florian Silbereisen, der österreichische Schlagersänger Andy Borg, der österreichische Sänger Andreas Gabalier, die Südtiroler Musikgruppe Kastelruther Spatzen, der österreichische Schlagersänger Hansi Hinterseer, der Sänger Semino Rossi, der deutsche Sänger Stefan Mross, der einer der bekanntesten Interpreten der volkstümlichen Musik ist, die deutsche Sängerin Stefanie Hertel, das Musikerduo Wildecker Herzbuben, sowie die Band voXXclub.

Einige Veranstaltungen zur volkstümlichen Musik sind die ZDF Unterhaltungsshow „Willkommen bei Carmen Nebel“, die Sendung „Musikantenstadl“, die Musik- und Unterhaltungsshow „Immer wieder sonntags“, sowie „Gut Aiderbichl – Ein Herz für Tiere“.

3 Veranstaltungen der Volksmusik

1. wean hean

Das wean hean, übersetzt aus dem Wienerischen bedeutet es „Wien hören“, ist ein Wienerlied-Festival, das jährlich im Herbst in Wien stattfindet. Das 2000 gegründete Festival ist eins der größten des Genres. Ursprünglich entstand das Festival, weil dadurch Restaurants mehr traditionelle Musik, insbesondere Live, spielen sollten. Außerdem wollte man das Genre der jüngeren Generation schmackhaft machen.

2. aufhOHRchen

Das aufhOHRchen ist das größte Festival der Volksmusik in Niederösterreich. Das Festival findet seit 1994 jährlich statt. Zu dem Festival kommen 5.000 bis 10.000 Zuschauer.

3. drumherum

Das drumherum ist eine Volksmusikveranstaltung, die seit 1998 alle zwei Jahre zu Pfingsten in Regen, Bayern, stattfindet. Auf der Veranstaltung können sich Besucher und Musiker über die traditionelle Musik austauschen. Es treffen bis zu 50.000 Besucher auf rund 2.500 Musiker.

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Der Volkstanz

Den Volkstanz tanzt man auf Volksfesten zur Volksmusik. Während des Tanzes trägt man eine Tracht, die aus Schmuck, Kopfbedeckungen, sowie besonderen Stoffen besteht. Die Tänze erzählen eine Geschichte, wie zum Beispiel von der Arbeit in Handwerksberufen oder von Hochzeiten. Die Arten des Tanzes können sich je nach Geschichte und Region, in der der Tanz getanzt wird, unterscheiden. Die Bewegungsabläufe sind nicht festgelegt, jedoch ist der Tanz nicht formlos. In Deutschland gibt es die Niederdeutschen Volkstänze, aus dem Norden und die Alpenländischen Volkstänze.

Zu den Niederdeutschen Volkstänzen zählen unter anderem Paartänze, Kreistänze, Reihentänze, sowie Sechs- und Achtpaartänze.

Zu den Alpenländischen Volkstänzen zählen unter anderen die Polka, der Walzer oder der Zwiefacher.

Heute tanzt man die Volkstänze seltener. Lediglich in einigen regionalen Gruppen oder auf Tanzveranstaltungen, sowie auf touristischen Veranstaltungen sind sie eine beliebte Aktion.

Die Volkssänger

Volkssänger sind als Humoristen, Clowns, Alleinunterhalter oder Imitatoren tätig. Auch Komiker begannen ihre Karriere häufig als Volkssänger, so etwa der deutsche Komiker Karl Valentin, der österreichische Volksschauspieler Max Grießer oder der deutsche Volksschauspieler Peter Steiner.

Weitere bekannte Volkssänger waren der Wiener Sänger Edmund Guschelbauer, die österreichische Sängerin „Fiakermilli“, der deutsche Volkssänger Richard Germer, die deutsche Kabarettistin Maria Ney, der deutsche Volkssänger Charly Wittong, sowie das Hamburger Duo Gebrüder Wolf.

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